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Mobiles Breitband als Wachstumsmotor für Österreich


Wien, 27. August 2009

  • Wichtig für Infrastrukturinvestitionen in Zukunft: Rasche Schaffung gesetzlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen für den Mobilfunk
  • Mobilfunk am schnellsten umsetzbare und günstigste Lösung für Breitband im ländlichen Raum
  • Vergabe der „Digitalen Dividende“ an Mobilfunk bringt höchsten gesamtwirtschaftlichen Nutzenzuwachs

„Mobiles Breitband ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor für Österreich und für die EU“, unterstrich DI Robert Chvátal, Vorsitzender der Geschäftsführung T-Mobile Austria, heute bei einem Pressegespräch mit o.Univ.Prof. Dr. Heinrich Otruba von der Wirtschaftsuniversität Wien. Aus Sicht von T-Mobile wird die Bedeutung, die mobiles Breitband vor allem im ländlichen Raum für die flächendeckende Versorgung mit qualitativ hochwertigen, schnellen und leistungsfähigen Telekommunikations-Dienstleistungen einnehmen kann, in der öffentlichen und politischen Debatte bisher vernachlässigt.

Bereits heute bestehende technische Potenziale, die einen raschen und auch kostengünstigen Ausbau von Breitbandinfrastruktur ermöglichen könnten, werden derzeit nicht gehoben. „Die gegenwärtige Tendenz in der öffentlichen Diskussion, auf die Versorgung mit Glasfaser zu fokussieren, ist zu kurz gegriffen, will man Breitband im ländlichen Raum ohne staatliche Förderung erschwinglich machen“, sagt der T-Mobile Chef. Durch eine Zuweisung der durch die Digitalisierung von Rundfunk und Fernsehen frei werdenden Frequenzen – auch ‚Digitale Dividende‘ genannt – an den Mobilfunk, könnten Breitbanddienste rasch zur Verfügung gestellt werden. „Voraussetzung dafür ist eine schnelle politische Willensbildung“, so Chvátal weiter. Denn mobile Breitbandnetze können in diesem Frequenznutzungsbereich um 50% - 70% kostengünstiger errichtet werden als unter Verwendung des derzeitigen Spektrums.

„Internationale Studien und Vergleiche zeigen, dass die höchsten gesamtgesellschaftlichen Nutzenzuwächse bei den Frequenzen zwischen 790-862 MHz bei einer Nutzung durch den Mobilfunk erreicht werden“, sagt Prof. Otruba.

Geeignetes Vergabeverfahren wichtig
„Wichtig ist die Wahl eines geeigneten Vergabeverfahrens und -design sowie der Zeitpunkt der Vergabe, je früher, umso besser“, so Otruba zu der gesamtwirtschaftlichen Perspektive. „Keine oder nur geringe Nutzungseinschränkungen sollten vorgesehen werden“. „Investitionssummen dürfen nicht durch hohe Mindestgebote oder überzogene Ausbauverpflichtungen sinnlos vergeudet werden“, unterstreicht Chvátal die Aussagen von Otruba.

Netze teilen, um in Applikationen investieren zu können
„Der Wettbewerb im Mobilfunk wird in Zukunft nicht mehr über Infrastruktur, sondern über diverse mobile Applikationen laufen“, prognostiziert Robert Chvátal. Um diesen Applikationswettbewerb zu fördern und damit mehr Services für die Endkonsumenten bieten zu können, fordert T-Mobile von Seiten der Regulierungsbehörde die Möglichkeit, einzelne Netzelemente mit anderen Mobilfunkern teilen zu können. Dieses so genannte „Networksharing“ hat darüber hinaus einen positiven Umweltaspekt: Durch die mögliche Verringerung physisch benötigter Antennenanlagen kommt es zu einer Reduktion des Landschafts- und Energieverbrauchs. Der volkswirtschaftliche Effekt dabei: „Durch Networksharing wird die flächendeckende Breitbandversorgung, vor allem des ländlichen Raums, zusätzlich begünstigt“, so Otruba. „Die Regulierung sollte hier dem derzeitigen Stand der Technik angepasst werden“.

Breitband in Zahlen
Breitbandinternet hat auch in Zeiten der Krise großes Jobpotenzial für Europa. Laut dem vor kurzem veröffentlichten „Europe’s Digital Competitiveness Report 2009“ erwartet die Europäische Kommission bis 2015 die Schaffung und Sicherung von bis zu 2 Mio. Arbeitsplätzen innerhalb der EU durch die digitale Wirtschaft. Der finanzielle Nutzen – d.h. die volkswirtschaftliche Rendite innerhalb der EU –, den die Freigabe der Digitalen Dividende für das mobile Breitband einbringen würde, wird im Report auf EUR 150 bis EUR 200 Mrd. geschätzt.